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SKIZZE ZUM 10-JAHRES-JUBILÄUM DER BURGWALLSCHANZE

Es war der sehnlichste Wunsch, mit der Beendigung des Erwerbslebens eine andere Welt zu schaffen und dieser anderen Welt eine Chance zu geben, weiterhin zu bestehen.
Es war das größte Projekt in unserem Leben. Für diese andere Welt musste ein Ort in der realen Welt gefunden werden, der frei von allen Vorbelastungen, offen für neue Entwicklungen sein musste , und der uns frei zur Verfügung stehen musste. Von dem Tag an, an dem wir die Burgwallschanze das erste Mal sahen und betraten, wussten wir, dass wir diesen Ort gefunden hatten- un seit diesem tag arbeiten wir auf der Schanze.
Anfangs galt es, Vertrauen zu finden bei denen, die über das Objekt, die Immobilie, verfügten, und Erwartungen bei Freunden zu Wecken. Das Projekt, eine andere Welt zu bauen, aus dem Reich persönlicher Illusionen herauszuführen und konkret, für alle anderen erlebbar zu machen, fand eher ein Lächeln in dieser Welt, als Verständnis . Allein die drei Kriterien für das Handeln auf der Burgwallschanze in dieser anderen Welt –
1. Kein Geldverkehr auf der Burgwallschanze, eine Welt ohne Handel, es darf nichts verkauft werden, kein Geld für irgendwelche Veranstaltungen oder Präsentationen genommen werden.
2. Es finden nur geladene Gäste Zugang zur Burgwallschanze.
3. Keine Darstellungen in der Tagespresse- die Burgwallschanze ist nicht von dieser Welt
Stieß auf Unverständnis und die Einhaltung dieser Kriterien musste oft erkämpft werden, und dieser Kampf ist auch einmal im 3.Punkt verloren worden durch Verletzung aller privaten Persönlichkeitsrechte

Das Ziel der Burgwallschanze : Atelier für junge Künstler zu werden neben der künstlerischen Arbeit von Alt und Jung , ist von allen Freunden sofort aufgenommen worden und mitgetragen worden.
Ohne das Mäzenatentum der Freunde der Burgwallschanze wären die Erfolge nicht so großartig ausgefallen. Aber Träger des kulturellen Lebens waren von Anfang an die jungen Künstler, für die dieser Ort geschaffen worden ist. Es war ein Geschenk des Himmels , so bedeutende Künstler kennen lernen zu dürfen und sie lieb zu gewinnen , für sie Dasein zu dürfen.

Die Organisation des Schanzenlebens war ganz einfach: Junge Künstler traten im festlichen Rahmen auf der Burgwallschanze auf, vor geladenen Freunden, man feierte gemeinsam bei Speis und Trank den Erfolg- und wer seiner Freude Ausdruck verleihen wollte, spendete auf das Konto der Hochschule Hanns Eisler für ein Stipendium förderungswürdiger junger Musiker.
Und die geförderten jungen Künstler treten in die Fußstapfen der Förderer und fördern auf der Burgwallschanze die nächste Generation. Und die Burgwallschanze steht als Atelier mit der Organisation der Veranstaltungen und der Sorge um das leibliche Wohl der Gäste zur Verfügung.

Das ist die andere Welt, die keine Illusion bleiben durfte, ein Leben für die Kunst- ein unabhängiges Leben für die Kunst .Gefordert ist nur allerhöchste Qualität ! Über diese wird ein gewähltes Gremium aus jungen und alten Künstlern. So einfach ist das!
Und wenn die nächste Generation das Projekt der anderen Welt mit Engagement weiterführt, und die Burgwallschanze der Ort guter Kunst ist, sind wir glücklich!