Mount Abu (1)

DILWARE TEMPEL

Das Erlebnis des Tempels ist unbeschreiblich . Das Erlebnis hat auf anderen
Bewusstseinsebenen stattgefunden , deren die Sprache nicht mächtig ist. Das Erlebnis ist sehr tief im Inneren .

Was in der Bewunderung des Dekors der Paläste immer einen Beigeschmack des protzig kitschigen Reichtums hinterlassen hat, ist hier in sein Gegenteil umgewandelt. Der Tempel schien eingetaucht in eine schwerelose pure Schönheit, losgelöst von jeglicher Geltungssucht.

Aber keine unwirkliche Schönheit, nein, ganz von dieser Welt mit all ihrer Sinnlichkeit, Heiterkeit, ganz Tanz. Die Augen tanzen mit, folgen den schmeichelnden Bewegungen, bleiben haften an den Körpern und den Formen des überreichen Dekors. Matisse habe ich misstraut , als er sagte, Malerei sei schöner Dekor. Hier wird er bestätigt. Dies ist wunderbar schöner Dekor, Dekor von wunderbarer Schönheit, Wunder voller Schönheit im Dekor. Und da hört es dann mit der Beschreibung auf. Es ist unbeschreiblich.

Beschreibbar sind die Umstände, die zu diesem wunderbaren Erlebnis geführt haben. Nach langer Fahrt heraus aus der Wüste in die weite mit Buschwerk bestandene Ebene, dazwischen bestellte Äcker, ragen unvermittelt aus dem erodierten Boden schroffe Spitzen nackten Gesteins und riesige Steine, achtlos nach einem Gigantenspiel auf einen Haufen geschmissen. Und allmählich verdichten sich die Massen zu einem langen Bergrücken, hinter dem nach Überwindung eines Serpentinengeschlinges eine hügelige Hochebene erreicht wird: Mount Abu. – am nächsten Morgen der Blich über den See, umgekippt, voller Müll, erschreckend.- weiter Blich von honey-moon- point in die weite Ebene zurück , über welche die Elefanten den Marmor für den Tempel geschleppt haben – dann der Rundgang durch das Dorf mit Flucht vor den aggressiv bettelnden Kindern – ein Photo mit armseliger Hütte im Vordergrund und reichem Palast auf dem Berg dahinter – wieder Indien unverstanden- und dann der Tempel:

Ein Blick ins Nirvana ! Quatsch! Von Künstlern geschaffen, von Menschenhand im Diesseits!
Immer wieder auch von Menschenhand zerstört und von Menschenhand wieder aufgebaut.

Die Hauptstatue wird jedes Jahr exakt erneuert, seit der Entstehungszeit des Tempels bis zum

heutigen Tage., gegen den Untergang durch Erosion oder die Zerstörung von Menschenhand.