Jaipur 27.02.

RAUBZÜGE

Es war schon immer so. Es hat sich nichts geändert, oder doch !

Früher kassierten die Herrscher Jaipurs von den durchziehenden Karawanen, die wertvolle Waren aus Chine über die Seidenstrasse nach Europa schleppten, Zoll oder Tribut, oder wie es sie auch nannten, Raub war es immer.

Heute wird dieser Raub viel eleganter durchgeführt, Man braucht dazu Touristen. Also lädt man hohe Gäste ein, streicht die Fassaden zur Begrüßung Rot an, nennt seine Stadt : Die rote Stadt- eine Einmaligkeit auf der Welt, ein gutes Markenzeichen. Die Stadt wird zum Touristenzentrum. Die kommen in großen Karawanen moderner Zeit und wollen ihr Geld freiwillig loswerden. Man lockt sie mit Schnäppchen und sie beißen, wollen aber die Händler übers Ohr hauen, werden aber, ohne dass sie es wissen wollen, ausgeraubt, Was sie nicht im Freundschaftsladen verlieren, werden sie bei den aggressiven Straßenhändlern los, immer in dem Glauben gelassen, sie hätten ein gutes Geschäft gemacht, und einen guten Raubzug ins Gastgeberland gemacht. Die Händler sind es zufrieden, die Touristen glücklich. So sind Räuber und Beraubte identisch . Das nennt man doch ein gutes Geschäft, gegenseitiger Raub bleibt es allemal.

Es ist nicht ganz einfach auszumachen, welche Logistik für die Händler in Jaipur jetzt effektiver ist, oder war. Die durchziehende Karawane auf dem Wege nach Europa absahnen, oder die touristische Karawane nach Jaipur abzocken. Erfolgreich sind oder waren beide Methoden .